Es ist heiß. Eigentlich zu heiß, um vor dem Rechner zu sitzen und Artikel zu schreiben. Doch pünktlich zum fühlbaren Sommerbeginn endete die Saison für die Kicker aus der Kaiserstadt. Ein kurzer Rückblick auf das sportliche Geschehen ist daher wohl angebracht. Es hat sich aber auch viel getan:
Die Erste Herren hatte sich in der vorangegangenen Spielzeit 2008/09 durch eine sensationelle Leistung den Aufstieg in die Regionalliga Nord und damit den größten sportlichen Ligaerfolg seit Vereinsgründung erkämpft – und ist an der Viertklassigkeit kläglich gescheitert. Sportlich abgestiegen, dieses Fazit konnte schon fünf Spiele vor Schluss (1:2 gegen Plauen) gezogen werden. Nur sportlich abgestiegen muss man allerdings sagen, denn während der GSC, Auswärtsheimspielen in Braunschweig und dem Stadionbau zum Trotz, finanziell florierend aus der Saison 2009/10 hervorgeht, sind eine ganze Reihe anderer Clubs der Finanzfalle Regionalliga zum Opfer gefallen. In der Nord-Staffel meldete TeBe Berlin, nach langem Kampf gegen den Ruin, am 21. Mai Insolvenz an; Hansa Rostock muss nach dem Abstieg ihres Profiteams in die dritte Liga umstrukturieren und zog daher vor drei Tagen die Zweite freiwillig zurück. Insolvent sind nunmehr auch Rot-Weiss Essen, der Bonner SC (RL-West), der SSV Reutlingen und der 1. FC Eintracht Bamberg (RL-Süd). In dieser Liga überlebt auf Dauer nur, wer sie verlässt – der GSC ist praktisch mit einem blauen Auge davon gekommen. Verblasst der Schrecken des Abstiegs angesichts der finanziellen Entlastung schon ein wenig, so sorgt die Aussicht auf traditionsreiche Gegner in der kommenden Saison gar für Vorfreude. Heiße Gefechte auf dem Platz sind garantiert – vom ersten bis zum letzten Spieltag!
Heiß war auch die Endphase für die Zweite des GSC, vielleicht zu heiß. Hatten die Nachwuchsspieler zwei Spieltage vor Schluss noch die Chance, Meisterschaft und Aufsteig in der Kaiserstadt zu feiern, so war der Traum am 30. Mai schon ausgeträumt. In Othfresen wurde das Team bis zum Abpfiff nicht recht warm, zeitgleich zeigte sich Meister FC Rot-Weiss Rhüden beim VfL Oker II abgebrüht und holte nach deutlichem Rückstand ein 4:5. Dennoch: Direkt nach dem Aufstieg Vizemeister geworden! Glückwunsch zu diesem großartigen Ergebnis! Die Dritte Herren schaffte es in der dritten Kreisklasse auf den dritten Rang.
Für hitzige Debatten sorgte Anfang vergangener Woche die überraschende Umstellung der Webpräsenz. Die alte Seite des GSC war nicht mehr ganz zeitgemäß und präsentierte die Fußballabteilung, die nach dem sportlichen Erfolg sowie der Abspaltung der Hockeyabteilung alleiniges Zugpferd des Vereins geworden ist, nicht in angemessener Weise. Doch ist es nun besser? Die Macher, die auch die Homepage des FC Magdeburgs designed haben, verweisen auf das große Potenzial ihres Werkes, welches noch lange nicht erschöpft sei. Das bleibt auch nur zu hoffen, denn derzeit weist die Seite eklatante Mängel auf. Beispiele? Sucht man die Zweite oder Dritte Herren, so findet man lediglich die Namen der Trainer auf der Personalliste – Mannschaftsfotos: Fehlanzeige! Vom Spielplan ganz zu schweigen, den gibts nur für die Erste. Die dazugehörige Ligastatistik hinkt der Vorversion um Längen hinterher. Und die Links auf pdf-Dateien (Vereinsordnung, Faninfos etc.) sind allesamt funktionslos. Der Banner im Kopfbereich der neuen Seite zeigt übrigens die begeisterten Zuschauer beim Relegationsspiel in Oldenburg vor einem Jahr…
Interessiert hat das aber eigentlich keinen. Viel bedeutender war, dass der Neugestaltung das offizielle Vereinsforum zum Opfer gefallen ist. Dutzende kritische Kommentare auf einen Schlag beseitigt? Ganz so ist es dann auch nicht. Lediglich die Verlinkung ging zu Bruch, der Inhalt blieb vollständig erhalten. Allerdings hat der Verein das Forum inzwischen aus dem Unterpunkt “Fans” gestrichen. Wird es künftig also keine Spieltagsdiskussionen, Personalbewertungen und Erstligaunterhaltungen mehr geben? Die Fans sagen nein! Geplant ist inzwischen eine eigenständige, das heißt vom Verein unabhängige, Community, die von Fans für Fans geführt werden soll. Die neue Adresse zur Heimat im Web lautet www.gsc08fans.de. Bereits jetzt kann sich dort jeder, der Interesse an der Community hat, für einen Newsletter eintragen. Wer helfen möchte, der kann sich einfach unter info@gsc08fans.de melden. Gesucht wird jede helfende Hand – jeder, der mitmachen möchte, wird mit Sicherheit auch ein Plätzchen im Team finden. Wir sind vom GSC überzeugt, wir machen weiter für Blau-Weiß! Und das Erste, was online geht, wird selbstverständlich ein neues Forum sein – mit dem alten im Archiv.
Statt Links gibt es heute ein dicke Leseempfehlung zum Schluss: Die neue Ausgabe von nordvier (Nr. 15), dem Magazin für Nordfußball aus der vierten Reihe. Für alle, die ebenso mit der Regionalliga hadern, gibt’s die Meinung der Redaktion (S. 18 f.). Pro & Contra Relegation werden auf Seite 20 diskutiert. Lesenswert und von Interesse für GSC-Fans ist auch der Artikel über den TSV Havelse, der diese Saison den Sprung in die Regionalliga geschafft hat. Jedem zu Herzen geht der Bericht über den Abriss des Traditionsstadions Marienthal (Titelstory). Mein persönlicher Dank für den Hinweis auf den WaPPenSalon! Aber genug des Lobes! Selber Lesen macht Spaß. Bestellt werden kann das Heft per Mail. Nähere Infos finden sich auf der nordvier Homepage.